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IWH: Keine realen Netto-Tariflohnzuwächse im Öffentlichen Dienst

Halle (Saale) (dts) – Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle geht davon aus, dass steigende Sozialabgaben und Inflation das vereinbarte Gehaltsplus der Beschäftigten bei Bund und Kommunen wieder auffressen werden. Das geht aus dem „Tarif-Check“ des Instituts hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde.

Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen erhalten laut Tarifeinigung ab April 2025 eine reguläre Lohnerhöhung in Höhe von 3,0 Prozent. Diese wird in den unteren Entgeltgruppen auf mindestens 110 Euro angehoben, die dadurch prozentual stärker profitieren. Im Mai 2026 steigt der Tariflohn dann nochmals für alle um 2,8 Prozent, und die Jahressonderzahlung wird in Abhängigkeit von der Entgeltgruppe erhöht.

Zu Beginn des Jahres 2025 gab es allerdings einen deutlichen Anstieg der Sozialabgaben. So wurden flächendeckend die Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung kräftig erhöht, und auch der Beitragssatz zur Pflegeversicherung stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent. Zwar gibt es im Jahr 2025 wie üblich die Erhöhung der Eckwerte des Einkommensteuertarifs, die die nominalen Lohneinkommen entlasten, jedoch steigen die Sozialversicherungsbeiträge stärker. Insgesamt ist damit der Anstieg der Nettolöhne gegenüber den Bruttolöhnen deutlich verringert.

Die Inflation, die sich im Jahr 2024 wieder weitestgehend normalisiert hatte, dürfte im Jahr 2025 bei 2,3 Prozent liegen und im kommenden Jahr nur unwesentlich geringer sein. Damit steigen die Bruttolöhne im Öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen zwar deutlich stärker als die Verbraucherpreise im gleichen Zeitraum. Rechnet man jedoch die Belastungen durch die gestiegenen Sozialabgaben hinzu, bleibt davon nichts übrig.

Werden am Beispiel des kommunalen Beschäftigten im mittleren Dienst alle Teilkomponenten berücksichtigt, so verringert sich laut IWH per saldo sogar der reale Netto-Tarif-verdienst im Jahr 2025 um 0,4 Prozent und darauffolgend um 0,1 Prozent, nachdem es bereits im Jahr 2024 zu einem leichten Rückgang gekommen war.

Foto: Müllabfuhr (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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